Konditorei Café Gerwig – Eisdiele – Kuchen

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In unserer neuen Konditorei und unserem Café, sowie in unserer Backstube und Pâtisserie brauchen wir Verstärkung in unserem Team.

  • Auszubildende zur/zum Konditoreifachverkäufer(in) (m/w/d)
  • Auszubildende zur/zum Konditor(in) (m/w/d)
  • ⁠Fahrer(in) auf 550€-Basis

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Interview: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration: 39/2021

Sie sind Konditor, den Beruf gibt es nicht mehr so oft. Was mögen Sie an diesem Beruf?

Mein Vater war Küchenchef. Schon als Kind bin ich ihm zur Hand gegangen, das hat mir Spaß gemacht. Und dabei ist es geblieben. Als ich nach Deutschland kam, habe ich als Backstubenhelfer angefangen. Ich wollte arbeiten, egal was. Mein Chef hat dann sehr schnell gesehen, was in mir steckt. Als er mir eine Ausbildung zum Konditor angeboten hat, war ich sofort einverstanden. Auch den Meister habe ich sehr schnell gemacht. Inzwischen habe ich 28Jahre Berufserfahrung. Ich biete vor allem Desserts an, kleine Törtchen, viele tunesische und französische Spezialitäten. Für meine Millefeuille kommt die Kundschaft sogar von Hanau, Frankfurt und Mainz nach Hattersheim zu mir gefahren! Und bald hier nach Badenweiler.

Warum haben Sie sich selbstständig gemacht?

Die Praxiserfahrung zählt! Nachdem ich einige Jahre als Konditormeister und Patisserie-Chef gearbeitet hatte, wollte ich eine andere Umgebung erleben. Ich habe mich also beworben und einen Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet gefunden. Die Arbeit war ganz anders, ich war ständig auf Reisen: Ich bin als Meister-Patissier mit der Formel 1 und Catering Events in über vierzig Ländern gewesen. Nach der Formel 1 hatte ich genug Erfahrung gesammelt, wie ich der Kundschaft meine Qualität zeigen kann. Und noch etwas habe ich gelernt: Wir haben mit 60Leuten in der Patisserie gearbeitet, in diesem Team habe ich viel Führungserfahrung bekommen. Einmal selbstständig, immer selbstständig! Diesen Schritt habe ich 2010 gemacht und seitdem kann ich mir nicht mehr vorstellen, als Angestellter zu arbeiten.

Woran erinnern Sie sich zuerst, wenn Sie an Ihre Zeit bei der Formel 1 denken?

Die Arbeit war mit sehr hohem Zeitdruck verbunden, das war prägend. Ebenso die Reisen durch alle möglichen Länder, auch die Produktionsmengen. Montags Hinflug, Dienstag Aufbau, in den nächsten Tagen Einkaufen und Vorbereiten. Freitag bis Sonntag waren die Renntage.
Das war eine Riesenlogistik, die ich auf die Beine stellen musste. Das Essen war für die Rennfahrer, die VIPs, die Crew, auch für das eigene Personal. Ich musste manchmal Nachtisch für über 1.000 Menschen auf den Tisch bringen! Es war schön, diese Erfahrung zu machen. Auf Dauer wollte ich aber nicht auf ein Privatleben und eine Familie verzichten.

Wer hat Sie auf Ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt?

Mein erster Chef, bei dem ich gelernt habe, hat mich sehr unterstützt. Zehn Jahre lang. Er hat immer an mich geglaubt. Ohne seine Meinung, sein Wissen, seine Unterstützung hätte ich es nicht geschafft. Wir sind immer noch regelmäßig in Kontakt und tauschen uns aus, seit 1997und bis heute. Er hat sein Herz für mich geöffnet und ich meins für ihn.

Was bringen Sie heute Ihren Auszubildenden bei?

Die Auszubildenden bekommen eine relativ niedrige Ausbildungsvergütung. Aber sie müssen mitten in der Nacht aufstehen und am Wochenende und an Feiertagen arbeiten. Das ist hart, deshalb versuche ich immer, eine persönliche Beziehung aufzubauen. Ich bin ihr Freund und Helfer auf dem Weg der Ausbildung. Ich sage ihnen: „Wir schaffen das, ich helfe dir“. Meine Azubis sind offen zu mir, sie wissen, dass sie zu mir kommen können, egal worum es geht. Natürlich mit Respekt. Das motiviert junge Leute!

Welche Folgen hat die Corona-Pandemie für Sie?

Das Traurige ist, dass meine Stammkunden, die regelmäßig ihren Cappuccino bei mir trinken und eine Kleinigkeit dazu essen, jetzt nicht ins Café kommen dürfen. Ich vermisse sie. Es sind ältere Menschen dabei, von denen weiß ich gar nicht, ob sie alle noch leben. Ich habe schon Traueranzeigen von Familien bekommen, das ist ein Schock ... Sie sind nicht nur Kunden, sie gehören zu uns.

Und die Arbeit ist anders geworden. Was ich sonst am Tisch serviert habe, kann ich nicht einfach in eine Packung umfüllen. Zum Beispiel warmer Apfelstrudel, der muss frisch aus dem Ofen genossen werden. Das schränkt mein Sortiment ein. Aber ich habe neue Geschäftsideen.

Meine Öffnungszeiten habe ich angepasst und ich verkaufe schon morgens Brioches, Baguettes und Croissants. Zum Glück habe ich in einer Bäckerei gelernt und weiß, wie man so etwas backt.